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Zwei Visionen einer Wirklichkeit

METHODENBOX

BEREICH 4 Förderung internationaler Austauschprogramme und interkultureller Begegnungen

ZIELGRUPPE

Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren

INTERKULTURELLE KOMPETENZEN

  • Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Menschen
  • Wertschätzung und Respekt gegenüber kulturellen Unterschieden und Vielfalt
  • Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Kulturen und kulturelle Andersartigkeit
  • Toleranz
  • Toleranz gegenüber Mehrdeutigkeit
  • Empathie und Dezentrierung
  • Kritisches Kulturbewusstsein
  • Interkulturell sensibles Verhalten
  • kritisches Denken und Hinterfragen
  • Multiperspektivität
  • Kenntnisse über andere Kulturen

LERNZIELE

Bewusstsein für unterschiedliche Wahrnehmungen “einer” Wirklichkeit erhöhen, vor allem in einem interkulturellen Kontext

ZEIT

30 Minuten

BENÖTGIGTES MATERIAL

2 Briefe (siehe Anhang 1), ausgedruckt und in zehn Teile (Abschnitte) zerschnitten. Jeder Abschnitt sollte auf der Rückseite mit einer Nummer versehen sein, um ihn später in der richtigen Reihenfolge lesen und vergleichen zu können.

ABLAUF DER ÜBUNG

  1. Die Lehrkraft erklärt die Geschichte von Christian und Tabarlis: Christian lebt auf der Erde und reiste zum Planeten Glorbuld, wo er von Tabarlis beherbergt wurde. Wieder zurück auf der Erde schreibt Christian seinem Freund Torsten einen Brief, in dem er von seinen Erfahrungen berichtet. Auch Tabarlis schreibt einen Brief und erzählt seinem Freund Verlias von seinen Erlebnissen mit der Gruppe von Studentinnen und Studenten von der Erde, die sie auf Glorbuld aufgenommen haben.
  2. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält einen Papierabschnitt (2 x 10). (Die Abschnitte müssen passend durchnummeriert sein, um die Reihenfolge der Erzählung einhalten zu können!)
  3. Die beiden Schülerinnen oder Schüler mit der Nummer 1 (Tabarlis und Christian) lesen ihren Abschnitt vor, dann die beiden Schülerinnen oder Schüler mit der Nummer 2, etc. Ziel dieser Vorgehensweise ist es, beide Wahrnehmungen unmittelbar miteinander vergleichen zu können (z.B. die Ankunft).
  4. Nachdem alle Teile der beiden Geschichten vorgelesen wurde, werden in der Nachbesprechung in der Geschichte auftauchende Missverständnisse und Vorurteile thematisiert, die andere Menschen und Beziehungen verletzen können.

Die Schülerinnen und Schüler sollten verstehen, dass wir alle unterschiedliche Vorstellungen einer Wirklichkeit haben, die auf unseren Erfahrungen, unserer Kultur, dem jeweiligen Kontext und unserer ganz persönlichen Lebenseinstellung beruhen. Man kann sich da Ganze als eine Art persönliche “Brille” vorstellen, durch welche wir die Welt betrachten und wahrnehmen. Die daraus resultierenden Vorstellungen beeinflussen unsere Begegnung mit anderen in einem hohen Maße. Wenn wir jemanden zum ersten Mal begegnen und dabei Vorurteile spüren, können wir versuchen, eine Beziehung herzustellen, die sich nicht auf Stereotypen unserer Gesellschaft beschränkt, sondern den Menschen vor mir in seiner Individualität wahrnimmt und auch den jeweiligen Hintergrund berücksichtigt. Diesen Abstand zu suchen und zu finden entspricht dem Anspruch der Dezentrierung, das heißt, dass wir die Welt nicht mehr nur durch unsere “Brille” betrachten, sondern auch andere Blickwinkel einnehmen und akzeptieren. Solche Perspektivenwechsel können unser Bild von anderen und unserer Umwelt erweitern und manchmal gar grundlegend verändern.

 

EMPFEHLUNGEN

Überlegen Sie inwiefern sich diese Übung in die persönlichen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler außerhalb des Schulkontexts sehen und einbetten lässt.

Diese Übung ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, sich klar zu machen, dass unsere Gefühle durch unsere Erfahrungen und unsere kulturelle Prägung beeinflusst werden und dass wir lernen müssen, uns nicht nur von Emotionen leiten zu lassen, sondern andere Menschen und Kulturen wirklich und möglichst vollständig zu entdecken.

QUELLEN

CCFD Terre Solidaire, Visa pour le voyage, http://ccfd-terresolidaire.org/mob/nos-outils-d-animation/visa-pour-le-voyage/

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