skip to Main Content

Die Kartoffel-Übung

METHODENBOX

BEREICH 3   Methode für den Deutschunterricht

ZIELGRUPPE

Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 18 (5-15 Personen)

INTERKULTURELLE KOMPETENZEN

  • Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Menschen
  • Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Kulturen und kulturelle Andersartigkeit
  • Toleranz
  • Empathie und Dezentrierung
  • Ichbewusstsein und Selbstkenntnis
  • Interkulturell sensibles Verhalten
  • Sprachliche und kommunikative Fähigkeiten
  • Zuhören und Beobachten können

LERNZIELE

 

  • Sprachvermögen (Hörverstehen und Sprechen);
  • Stereotypen abbauen;
  • die Einzigartigkeit eines jeden Individuums anerkennen

ZEIT  

20–30 Minuten

BENÖTIGTES MATERIAL

Eine braune Papiertüte, eine Kartoffel pro Schülerin und Schüler und eine Kartoffel für die Lehrkraft

ABLAUF DER ÜBUNG

Die Lehrkraft wählt eine Kartoffel aus, um in die Übung einzuführen. (Sie sollte für später darauf vorbereitet sein, diese Kartoffel im Detail zu beschreiben). Mit folgendem Text lässt sich in die Übung einführen: “Ich habe hier eine Kartoffel. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich habe mir nie große Gedanken über Kartoffeln gemacht. Es gibt sie halt und letztlich sehen sie alle ziemlich gleich aus. Manchmal frage ich mich, ob sie darin nicht den Menschen ähneln.”

Jede Schülerin und jeder Schüler nimmt sich eine Kartoffel aus der Tüte und soll sich seine Kartoffel nun für ca. eine Minute (in Stille) genauer anschauen (Beulen, Kerben, Ritzen, Mängel und andere Besonderheiten). Im Anschluss soll jede Schülerin und jeder Schüler in der Lage sein, den anderen seine Kartoffel wie “einen Freund oder eine Freundin” vorzustellen.

Die Lehrkraft beginnt mit der Vorstellung ihrer Kartoffel und versucht der Geschichte Leben einzuhauchen (z.B. wie es zu dieser und jeder Beule gekommen ist). Nach und nach stellen die Schülerinnen und Schüler dann ihrerseits ihren “(Kartoffel)Freund oder Freundin” vor (alle oder nur eine gewisse Auswahl).

Anschließend sammelt die Lehrkraft mit der Tüte wieder alle Kartoffeln ein.

Die Lehrkraft fragt die Schülerinnen und Schüler, was sie von seiner Aussage halten, dass alle Kartoffeln eigentlich gleich sind, und bittet sie ihre Meinung kurz zu erläutern.

Die Schülerinnen und Schüler haben nun die Aufgabe, ihre “Freunde” wiederzufinden. Dafür vermischt die Lehrkraft alle Kartoffeln und legt sie auf einem Tisch aus. Jeder Schüler und jede Schülerin versucht, seine Kartoffel herauszunehmen.

Sobald jeder Schüler und jede Schülerin seine Kartoffel wiedergefunden hat (oder es zumindest glaubt), beendet die Übung mit (beispielsweise) folgenden Worten: “Nun, vielleicht sind Kartoffeln ein bisschen wie Menschen. Manchmal werfen wir Menschen einer Gruppe alle in einen Topf. Wenn wir behaupten, dass sie alle gleich sind, haben wir uns in der Regel nicht die Zeit genommen oder es als wichtig genug erachtet, die einzelne Person wirklich kennen zu lernen. Wenn wir uns allerdings die Zeit nehmen und unseren Mitmenschen die Bedeutung einräumen, werden wir herausfinden wie unterschiedlich und besonders jede Einzelne und jeder Einzelne von ihnen ist, ganz ähnlich die unser “Kartoffel(Freunde) und Freundinnen”.

Auswertung

Die Schülerinnen und Schüler überlegen und diskutieren gemeinsam, ob es in der Schule oder dem Lebensumfeld Menschen gibt, die man Gruppen zuordnet, jedoch nicht differenziert und in ihrer Besonderheit wahrnimmt. Sollten den Schülerinnen und Schülern selbst keine Beispiele einfallen, kann die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler mit folgenden Gruppen konfrontieren:

  • Jugendbanden
  • Menschen, die in einer Rollburg / einer Wohnwagensiedlung leben
  • Menschen einer bestimmten Religion
  • Schülerinnen und Schüler einer Klasse für Hochbegabte
  • Schülerinnen und Schüler einer Förderklasse
  • Menschen aus einem bestimmten Kulturkreis
  • Menschen, die im ländlichen Raum leben
  • Menschen, die in der Stadt leben
  • alle Mädchen
  • alle Jungen

Hier sollten Gruppen angesprochen werden, die für die Schülerinnen und Schüler, die Schule und das Lebensumfeld von Bedeutung sind.

Folgenden Fragen sollen helfen, die Übung abschließend auszuwerten:

  1. Was tun wir letztlich, wenn wir nicht mehr zwischen einzelnen Mitgliedern einer Gruppe unterscheiden und annehmen, dass alle gleich sind? Wie nennt man dieses Verhalten?
  2. Kennt ihr vielen Menschen aus solchen Gruppen? Entsprechen sie alle den Stereotypen?
  3. Warum sind Stereotypen gefährlich?
Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top