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Rassismus begegnen

METHODENBOX

BEREICH 3 – Fächerübergreifende Übungen

ZIELGRUPPE

Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren

INTERKULTURELLE KOMPETENZEN

  • Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Menschen
  • Wertschätzung und Respekt gegenüber kulturellen Unterschieden und Vielfalt
  • Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Kulturen und kulturelle Andersartigkeit
  • Toleranz
  • Empathie und Dezentrierung
  • Ichbewusstsein und Selbstkenntnis
  • kommunikatives Bewusstsein
  • kritisches Denken und Hinterfragen
  • Kenntnisse über andere Kulturen

LERNZIELE

  • Vertiefung des Verständnisses über kulturelle Unterschiede und die Gefahr von Rassismus
  • Kompetenzen für eine demokratische Teilnahme am öffentlichen Leben, eine offene Kommunikation und Zusammenarbeit entwickeln
  • Förderung von Verantwortungsbewusstsein, Gerechtigkeitsempfinden und Solidarität

ZEIT

120 Minuten

BENÖTIGTES MATERIAL

  • Große Papierbögen oder Flipchart-Bögen und Farbstifte
  • 4 Freiwillige, die ein kurzes Rollenspiel vorführen
  • Rollenkarten
  • Karten mit Fallbeispielen
  • Leitfaden für Moderatorinnen und Moderatoren
  • Kopien des Schulprofils und (ein) Leitfaden über rassistische Zwischenfälle (jeweils eine Kopie für zwei Schüler)
  • Kopien des Textes „Anregungen für die Entwicklung einer Anti-Rassismus Schulstrategie“ (Anhang) oder eine Übersicht der Punkte als Wandplakat
  • Papier und Stifte

ABLAUF DER ÜBUNG

VORBEREITUNG

  • Sehen Sie sich das Fallbeispiel gründlich  und passen Sie es eventuell an Ihre Situation und Lerngruppe an.
  • Wählen Sie vier Freiwillige aus, die sich gemeinsam auf ein kurzes Rollenspiel (basierend auf einem konkreten Fallbeispiel) vorbereiten und dieses der Gesamtgruppe vorspielen.
  • Fertigen Sie 5 Kopien des Rollenspiels an (je eine für die Schauspielerin oder den Schauspieler und eine für die Moderatorin oder den Moderator).
  • Fertigen Sie eine Kopie des Leitfadens für den die Moderatorin oder den Moderator an.

ÜBUNG

Diese Übung besteht aus zwei Teile: Im ersten Teil soll besprochen werden, was wir eigentlich genau unter dem Begriff “Rassismus” verstehen. Im zweiten Teil geht es darum, ein Konzept zu entwerfen, wie man an der Schule, im Verein oder in der Freizeit mit rassistischen Zwischenfällen umgehen kann.

Teil 1. Eine Definition: Was verstehen wir unter dem Begriff “Rassismus”?

  1. In einem Brainstorming wird der Begriff “Rassismus” diskutiert und definiert.
  2. Es kommt tagtäglich zu rassistischen Zwischenfällen und interkulturellen Missverständnissen. Gemeinsam mit der Klasse wird überlegt, welche Verhaltensweisen und Zwischenfälle im Alltag als rassistisch zu deuten sind.
  3. Die vier Freiwilligen bekommen die Rollenkarten und 15 Minuten Vorbereitungszeit.
  4. Die übrigen Schülerinnen und Schüler werden auf ihre Rolle als Beobachterin und Beobachter vorbereitet und erhalten dafür Papier und Stifte. Die Schülerinnen und Schüler werden drei kurze Szenen beobachten und haben zwischen den Szene jeweils eine kurze Pause, um ihre Eindrücke kurz schriftlich festzuhalten.
  5. Die vier Freiwilligen führen (jeweils mit einer kurzen Pause) die drei Szenen auf.
  6. Nach den drei Szenen werden die Kommentare der Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Auswertung folgendermaßen strukturiert:
  7. Was haben die Schülerinnen und Schüler nach der ersten Szene aufgeschrieben? Was veranlasste sie zu der Schlussfolgerung?
  8. Was haben die Schülerinnen und Schüler nach der zweiten Szene  aufgeschrieben? Was veranlasste sie zu der Schlussfolgerung?
  9. Was haben die Schülerinnen und Schüler am Ende erkannt? Welche Vermutungen hatten sie bis dahin angestellt?
  10. Anschließend wird diskutiert, was die Lehrerinnen und Lehrer, Gyulas Vater und der Schulleiter hätten tun können oder müssen, um ein gerechtes Ergebnis sicherzustellen.

Teil 2. Entwurf eines Konzepts zum Umgang mit rassistischen Zwischenfällen

  1. Das Ziel dieses zweiten Teils ist, Leitlinien zu entwickeln wie man mit rassistischen Zwischenfällen umgehen kann und diese in einer Erklärung für die Schule festzuhalten.
  2. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern werden in einem Brainstorming die verschiedenen Gruppen an der Schule gesammelt, z.B. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterin oder Schulleiter, Reinigungspersonal, Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Busfahrerinnen und Busfahrer, freie pädagogische Mitarbeiterinnen und pädagogische Mitarbeiter, etc.
  3. In Kleingruppen von 4-5 Personen überlegen die Schülerinnen und Schüler, welche Mitglieder der Schulgemeinschaft welche Pflichten und Verantwortlichkeiten in Bezug auf rassistische Zwischenfälle haben. Die Gruppen haben 30 Minuten Zeit, sich auszutauschen und ihre Ergebnisse stichwortartig auf einem Plakat festzuhalten.
  4. Im Anschluss werden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und von der Moderatorin oder dem Moderator schließlich noch einmal gebündelt und an der Tafel, einer Flipchart o.ä. festgehalten.
  5. Auf der Basis der Ergebnisse überprüfen die Schülerinnen und Schüler bestehende Leitlinien und die Schulcharta auf den Umgang mit rassistischen Zwischenfällen.
  6. In einem nächsten Schritt machen die Schülerinnen und Schüler Vorschläge zur Aktualisierung und entwickeln diese in Kleingruppen zu einem Aspekt, einem Schritt oder einer Maßnahme konkret weiter. Beispiel: Wenn es in der Schulcharta noch keine verbindliche Aussage zum Thema Rassismus und Diskriminierung gibt, sollte sich eine Gruppe ganz konkret damit befassen. Die einzelnen Gruppen sollten sich auch überlegen wie sie die Ergebnisse im Plenum präsentieren (und vielleicht auch langfristig  in der Schulgemeinde öffentlich machen) wollen, z.B. mit Bildern, Collagen, Standbildern, etc. mit denen auch Emotionen transportiert werden können.
  7. Im Plenum werden die Vorschläge präsentiert und schließlich darüber diskutiert, wie sich diese in der Schule konkret und verbindlich umsetzen lassen.

AUSWERTUNG

In der Nachbesprechung  soll neben einer grundlegenden Auswertung der Übung (Was habe ich gelernt? Was könnten/sollten meine nächsten Schritte sein?) thematisiert werden, welche Menschenrechte bei rassistischen Zwischenfällen auf dem Spiel stehen.

Hier einige Beispielfragen für die Nachbesprechung:

  • Wie verbreitet ist Rassismus an eurer Schule und in der Gesellschaft?
  • Wisst ihr von rassistischen Zwischenfällen, die an eurer Schule oder eurer Umgebung vorgekommen sind?
  • Richten sich solche Formen von Rassismus gegen bestimmte Gruppen der Gesellschaft? WElche? Warum? Waren diese Gruppen auch schon vor zwanzig oder fünfzig Jahren Ziel von Rassismus?
  • Wie werden Roma in eurem Land und in anderen europäischen Ländern behandelt?
  • Welche Klischeevorstellungen habt ihr von Roma? Woher stammen diese Stereotypen? Wie kann man sie überwinden?
  • Welche Menschenrechte stehen bei rassistischen Zwischenfällen auf dem Spiel?
  • Hat sich Eure Sicht auf das, was man als rassistischen Zwischenfall bezeichnen kann, verändert? Inwiefern? Nennt Beispiele.
  • In wessen Verantwortung liegt es, dass es an unserer Schule nicht zu rassistischen Vorfällen kommt?
  • Es ist sicherlich gut, in einer Schulcharta klar zu verankern, dass Rassismus und Diskriminierung an unserer Schule keinen Platz haben dürfen, aber wäre es nicht besser, wenn man so einen Wunsch gar nicht erst schriftlich festhalten müsste? Wie kann es gelingen, entsprechende Menschenrechte und Wertvorstellungen in der Schule und der Gesellschaft auf eine breitere Basis zu stellen?

EMPFEHLUNGEN

Seien Sie sich des Hintergrunds Ihrer Schülerinnen und Schüler bewusst und passen Sie die Übung eventuell entsprechend an. Die Schülerinnen und Schüler sind sicher engagierter dabei, wenn sie betroffen sind und durch die Übung einen klaren Bezug zu ihrem Umfeld und Alltag herstellen können.

Auf der anderen Seite müssen Sie damit rechnen, dass Schülerinnen und Schüler emotional auf die Übung und Gesprächsergebnisse reagieren können. Behalten Sie dabei vor allem Schülerinnen und Schüler im Blick, die vielleicht selbst schon Ziel rassistischer Bemerkungen oder Übergriffe waren.

Ein Brainstorming ist ein klassischer Weg in ein Thema einzusteigen, aber es gibt natürlich auch gewagtere Alternativen, die einen dynamischeren Zugang schaffen, z.B. über eine provokation oder gar einen rassistischen Witz. Sollten Sie sich für so eine Variante entscheiden, wählen Sie einen Witz, der keinen aus der Gruppe direkt betrifft, vernünftig entkräftet wird und die Gruppe thematisch voranbringt. In jedem Land gibt es Witze über andere Nationalitäten. Sie könnten die Schüler fragen, welche Witze sie kennen und Raum für einige Beispiele geben.

Wo ist die Grenze zwischen einem rassistischen und nicht-rassistischen Witz zu ziehen? Sind Witze über Roma oder Juden beispielsweise nationalistisch oder rassistisch? Solche Fragen könnten Sie zu einer Definition rassistischer Witze und Vorfälle führen (siehe auch “Definition von Rassismus”).

Beim Schritt 5 im ersten Teil könnten Sie eventuell auch auf alternative Darstellungsmethoden zurückgreifen (zum Beispiel Forumtheater https://de.wikipedia.org/wiki/Forumtheater ).

Es könnte passieren, dass die Schülerinnen und Schüler bei Schritt 6 (Teil 1) mitunter recht emotional auf die Szenen reagieren (wollen). Seien Sie darauf vorbereitet, die verschiedenen Beiträge, Reaktion und Emotionen wieder zusammenzuführen, was Ihnen vermutlich besser gelingt, wenn Sie die Schülerinnen und Schüler bitten, konkrete Vorschläge machen wie die “Schauspielerinnen oder Schauspieler” aus ihrer Sicht besser reagiert hätten.

Definition von Rassismus

Rassismus im Allgemeinen besteht aus Handlungen, Worten oder Praktiken, die eine Gruppe von Menschen bevor- oder benachteiligen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ihrer ethnischen Herkunft. Seine nicht sichtbaren Formen sind genauso schädigend wie seine sichtbaren Formen.

Institutionalisierter Rassismus kann definiert werden als das kollektive Versagen einer Organisation oder Institution, Menschen trotz ihrer Hautfarbe, Kultur oder ihrer ethnischen Herkunft eine angemessene und professionelle Dienstleistung zu gewährleisten. Institutioneller Rassismus wird sichtbar in Handlungen, Haltungen und Benehmen, die aufgrund von unbewussten Vorurteilen, Unwissenheit, Gedankenlosigkeit oder fehlender Rücksichtnahme und durch rassistische Stereotypisierung in einer Diskriminierung münden, die Menschen aus ethnischen Minderheiten benachteiligen.

Rassistische Zwischenfälle und Bedrohungen können in jeder Institution vorkommen, egal wieviel Menschen ethnischer Minderheiten Teil dieser Institution sind.

Ein rassistischer Zwischenfall ist jeder Zwischenfall der vom Opfer oder einer anderen Person als rassistisch wahrgenommen wird. Zum Beispiel:

  • Körperliche Bedrohung und Belästigung beinhaltet die eher sichtbaren Fälle von gewalttätigen Attacken oder physischen Einschüchterungen von Kindern und Erwachsenen einer Minderheit sowie auch Fälle wiederholter “geringfügiger“ Einschüchterungen.
  • Verbale Bedrohung und Belästigung: Beschimpfungen und Beleidigungen von Personen einer Minderheit sowie jegliche Art des Spotts über den ethnischen Hintergrund oder die Kultur einer Person (z.B. Musik, Kleidung, Ernährung) sind die sichtbarsten Formen der verbalen Bedrohung. Es gibt noch weitere Formen des verbalen Missbrauchs, die weniger sichtbar sind, und die sowohl Lehrkräfte als auch Mitschülerinnen und Mitschüler oder andere Personen mit einbeziehen, wie z.B. spontane Bemerkungen, deren rassistische Natur den Sprechenden im ersten Moment nicht bewusst ist, die jedoch dennoch als Angriff verstanden werden können.
  • Die Verweigerung der Zusammenarbeit oder die Geringschätzung gegenüber Personen (Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften oder weitere Personen) in der Schule kann einen rassistischen Akt darstellen, wenn es Beweise für eine rassistische Motivation der Beteiligten gibt oder aber das „Opfer“ eine rassistische Motivation wahrnimmt. Respektlosigkeit kann auch unbeabsichtigt sein, z.B. wenn eine Lehrkraft Unwissenheit gegenüber den kulturellen Praktiken einer Schülerin oder eines Schülers zeigt, durch die sich diese Schülerin oder dieser Schüler bedroht oder unwohl fühlt.
  • Zwischenfälle anderer Art: rassistische Witze, das Tragen rassistischer Abzeichen, Marken, T-Shirts usw., rassistische Graffitis, die Verbreitung rassistischer Literatur oder Poster, die Anwesenheit rassistischer oder faschistischer Organisationen in der Schule oder im Schulumfeld, oder Stereotypisierungen die zu Diskriminierung führen können.

Viele rassistische Zwischenfälle sind eher nicht sichtbar. Solche unterschwelligen Handlungen sind oft schwierig aufzudecken, nachzuweisen und es ist dementsprechend schwierig darauf zu reagieren.

Viele rassistische Zwischenfälle unter Schülerinnen und Schülern passieren wenn Lehrkräfte oder Erwachsene nicht anwesend sind. Daher ist es sehr wichtig für Schulen eine Strategie zu entwickeln, um sicher zu stellen, dass alle Mitglieder der Schulgemeinschaft sensibel für das Thema sind und sich verantwortlich fühlen, auf solche Zwischenfälle zu reagieren und den entsprechenden Personen darüber Bericht zu erstatten.

QUELLEN

Compass: Manual for Human Rights Education with Young People, Council of Europe: http://www.coe.int/en/web/compass

http://www.schule-ohne-rassismus.org

ANHANG

Rollenspiel – Rollenkarten

Rollenkarte: Schulleitung

Ihre größte Sorge ist der Ruf der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf Sicherheit und Kriminalität (Diebstahl)

Rollenkarte: Lehrkraft 1

Sie haben bereits bemerkt, dass auch andere Dinge, nicht nur Geld, aus der Schule verschwinden. Sie haben bemerkt, dass Gyula letzte Woche mit einem Handy zur Schule kam.

Rollenkarte: Lehrkraft 2

Sie sind Gyulas Klassenlehrer oder Klassenlehrerin. Sie kennen ihn sehr gut und mögen ihn. Er ist ein netter, rücksichtsvoller Junge, der hart arbeitet. Aber er hat keine Freunde.

Rollenkarte: Vater von Gyula

Gyula ist ein guter Junge. Sie wissen wie wichtig Bildung ist und Sie sorgen immer dafür, dass Gyula seine Hausaufgaben macht bevor Sie ihm erlauben Fußball zu spielen. Er hatte letzte Woche Geburtstag.

Fallbeispiel – Fallbeschreibung

Jede der folgenden Szenen findet im Büro der Schulleitung statt.

 

Szene 1: Schulleitung, Lehrkraft 1 und Lehrkraft 2

Die Schulleitung, Lehrkraft 1 und 2 diskutieren das Problem und ihre jeweiligen Reaktionen auf die Welle von Diebstählen in der Schule. Es gab mehrere Zwischenfälle: es fing mit einem vermissten Stift an und danach verschwanden einige andere Dinge, hauptsächlich aber Geld. Es gibt Gerüchte darüber wer es sein könnte und der wahrscheinlichste Täter ist Gyula, ein Roma Junge.

Zeit: 3-5 Minuten

Szene 2: Schulleitung, Gyulas Vater und Lehrkraft 1

Die Schulleitung setzt Gyulas Vater unter Druck. Er soll zugeben, dass sein Sohn gestohlen hat. Der Vater betont, dass sein Sohn so etwas niemals tun würde. Nichts desto trotz entschuldigt er sich und bietet an, für das gestohlenen Geld aufzukommen. Die Lehrkräfte empfinden diese Situation als merkwürdig und versprechen Stillschweigen darüber zu bewahren. Gyula darf auf der Schule bleiben aber der Vater sollte ihn besser im Blick behalten.

Zeit: 3-5 Minuten

Szene 3: Schulleitung und Lehrkraft 1 und 2

Die Schulleitung und Lehrkraft 1 diskutieren die Verbesserung der Schulatmosphäre. Sie sind froh darüber dass sich das Problem gelöst scheint.

Auftritt Lehrkraft 2: Er/Sie kündigt die Neuigkeit an, dass die Polizei gerade einen Schüler verhaftet hat (nicht Gyula), den sie beim Diebstahl am Schultor erwischt hat. Anscheinend hat er zugegeben, auch das ganze andere Geld gestohlen zu haben. Alle diskutieren ihre Reaktion auf diese Information.

Zeit: 3-5 Minuten

Richtlinien für den Moderatoren/ die Moderatorin

Lassen Sie die Freiwilligen ihr Rollenspiel vortragen. In den Pausen, zwischen den Szenen, bitten Sie die Beobachter ihr Reaktionen auf das Gesehene in Stichworten zusammenzufassen.

Erste Pause: Erste Frage an die Beobachter: Wenn du die Klassenlehrkraft wärst, was würdest du tun?

Zweite Pause: Zweite Frage an die Beobachter: Glaubst du, die Angelegenheit wurde zufriedenstellend gelöst?

Dritte Pause: Dritte Frage an die Beobachter: Was denkst du jetzt?

Nützliche Tipps für die Entwicklung einer Anti-Rassismus Schulstrategie

Um angemessen auf rassistische Bedrohungen und Zwischenfälle zu reagieren, benötigt man einen ganzheitlichen Schul- (Organisations-) Ansatz zur Entwicklung und Implementierung einer Anti-Rassismus Strategie. Es ist wichtig, dass ein Ansatz zum Umgang mit rassistischen Zwischenfällen in die grundlegende Schul-/ Organisations-Strategie passt. Das Thema sollte als ein spezielles aber nicht als ein vom Rest der Strategie getrenntes Thema behandelt werden.

Anregungen für die Entwicklung einer Anti-Rassismus Schulstrategie

  • Eine klare Aussage der Strategie sollte sein, dass keinerlei rassistische Bedrohung oder Zwischenfälle geduldet werden
  • In der Strategie sollte es klare Aussagen darüber geben, wie auf rassistische Zwischenfälle zu reagieren ist
  • Ein ganzheitlicher Ansatz, welcher klare Aussagen zu Prozessen und Vereinbarung darüber enthält, wie mit rassistischen Zwischenfällen umzugehen ist, muss alle Mitglieder der Schulgemeinschaft umfassen: Schulpersonal (Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal), Eltern, Schülerinnen und Schüler und Besucherinnen und Besucher.
  • Es muss ein allgemeiner Konsens darüber bestehen, dass alle Mitglieder der Schulgemeinschaft verantwortlich sind, rassistische Bedrohungen und Zwischenfälle zu melden und entsprechend darauf zu reagieren
  • Es sollte einen grundlegenden Konsens darüber geben, was von jedem und jeder erwartet wird.
  • Es sollte deutlich werden, dass die Reaktion unmittelbar auf einen rassistischen Zwischenfall in dem Moment seines Auftretens oder in dem Moment des Berichtens darüber erfolgen muss.
  • Jegliche folgende Reaktionen zu einem Zwischenfall sollten innerhalb eines vereinbarten zeitlichen Ablaufs erfolgen
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